Die Bestände des Siegfried Unseld Archivs bieten die Möglichkeit zu gegenwartsnahen und gegenwartsrelevanten Fragestellungen. Zum einen können die Archivbefunde in die lebendige, gegenwärtige Forschungsdebatte eingespeist werden, zum anderen ermöglicht die gegebene Konstellation die Chance zur methodisch reflektierten Zeitzeugenbefragung, die ins Archiv zurückwirkt und eine Gegenwartsöffentlichkeit herstellt.

Forschungsergebnisse aus der Arbeit mit dem Siegfried Unseld Archiv wurden in einem umfangreichen internationalen Tagungs- und Workshopprogramm mit der wissenschaftlichen Öffentlichkeit diskutiert. Veranstaltungs- und forschungsbegleitend liegt eine Reihe an Beiträgen bereits in publizierter Form vor. Einem breiteren, nicht rein akademischen Publikum konnten zentrale Probleme und Themenfelder zudem in der Ausstellungsreihe der „Suhrkamp-Inseln“ im Marbacher Literaturmuseum der Moderne vermittelt werden.

Im Rahmen des Suhrkamp-Forschungskollegs haben die Doktorandinnen und Doktoranden Zeitzeugengespräche mit wichtigen Protagonisten aus dem Verlagskontext geführt. Damit ist ein entscheidender Schritt hin zu einer forschungsgeleiteten Archivierungspraxis erfolgt. Mit der Einspeisung von Gesprächen, die aus einem explizit projektbezogenen Frageanlass geführt wurden, wurde der Bestand des Archivs um Tondokumente ergänzt. Sie können die Lücken schließen, die sich aus der Arbeit mit den vorhandenen Beständen ergeben haben, und tragen dazu bei das vorhandene Material zu perspektivieren und quellenkritisch zu beleuchten.

Die geführten Gespräche sind über den Marbacher Onlinekatalog Kallías recherchierbar und im Rahmen der Benutzungsordnung des DLA zugänglich. Eine Auswahl findet sich hier.

Tobias Amslinger im Gespräch mit Hans Magnus Enzensberger

22.05.2013, München

Informationen und Aufnahme

Morten Paul im Gespräch mit Dieter Henrich

18.06.2013, München

Informationen und Aufnahme

Marja Sprengel (geb. Grüne) im Gespräch mit Rainer Weiss

25.10.2013, Frankfurt am Main

Informationen und Aufnahme

Marja Sprengel (geb. Grüne) im Gespräch mit Christian Döring,

30.10.2013, Berlin

Informationen und Aufnahme

Anke Jaspers im Gespräch mit Rudoph Rach

28.03.2014, Paris

Informationen und Aufnahme

Anke Jaspers im Gespräch mit Karlheinz Braun

03.05.2015, Frankfurt am Main

Informationen und Aufnahme

Anke Jaspers im Gespräch mit Uwe Kolbe

08.10.2015, Berlin

Informationen und Aufnahme

2011

Die Suhrkamp-Ära

12 bis. 14. Januar 2011

DLA Marbach

Gefördert von der VolkswagenStiftung

Presse

Encke, Julia: Lebt Suhrkamp? Und wenn ja: Wo? Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 16. Januar 2011

Güntner, Joachim: Arbeit am Mythos. In Marbach wurde das Unseld-Archiv vorgestellt und die „Suhrkamp-Ära“ diskutiert. Neue Zürcher Zeitung, 18. Januar 2011

Jungen, Oliver: Foucault bei achtzehn Grad. Laboratorium der Moderne: Was ist Suhrkamps Erbe, und wie erforscht man es? Eine Konferenz in Marbach suchte nach Mitteln und Wegen. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17. Januar 2011

Kämmerlings, Richard: Der Zauber der Ablage. Elektrisierend: Eine Marbacher Tagung stellt brennende Fragen an das noch unerschlossene Suhrkamp-Archiv. Die Welt, 17. Januar 2011

Nutt, Harry: Der Geist aus der Kiste. Das Marbacher Literatur-Archiv eröffnet Wege zu Geschichte und Mythos des Suhrkamp Verlags. Berliner Zeitung, 17. Januar 2011

Nutt, Harry: Der Geist aus der Kiste. Operation am offenen Herzen: Das Marbacher Literaturarchiv eröffnet Wege zu Geschichte und Mythos des Suhrkamp Verlags. Frankfurter Rundschau, 17.01.2011

Schlaffer, Hannelore: Schritte auf unbekanntem Boden. Marbach. Ein Kongress im Deutschen Literaturarchiv nähert sich erstmals der „Suhrkamp-Ära“ an. Stuttgarter Zeitung, 18. Januar 2011

Schloemann, Johan: Eine Bewusstseinsgeschichte der Bundesrepublik. „Hohe Ablagemoral“. Das Deutsche Literaturarchiv in Marbach öffnet 20 000 Aktenordner aus dem Suhrkamp Verlag für die Forschung. Süddeutsche Zeitung, 17. Januar 2011

Unbekannt („hh“): „Suhrkamp war fast eine heimliche Hauptstadt.“ Deutsches Literaturarchiv stellt Suhrkamp-Archiv vor. Boersenblatt.net, 17. Januar 2011

Gampert, Christian: Autoren machen. Ein Symposion in Marbach diskutierte über das Potenzial des Suhrkamp-Verlagsarchivs. Deutschlandradio, 13. Januar 2011

Kämmerlings, Richard: Zeitgeist im Betonsarg. Die Welt am Sonntag, 16. Januar 2011

Schwilk, Heimo: Die Verlegbarkeit der Welt. Mehr als nur Bücher: Heute beginnt in Marbach eine große Tagung zu Geschichte und Gegenwart der Suhrkamp-Kultur. Die Welt, 12. Januar 2011

Dem Kahlschlag ein Gedächtnis geben. Peter Suhrkamp und sein Verlag in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg

22 bis. 25. September 2011

Panel auf der GSA Conference, Louisville, KY

Mit Jan Bürger, Frank Druffner, Walter Hinderer, Liliane Weissberg und Thomas Wild

2012

Peter Handke: Stationen, Orte, Positionen

16 bis. 17. Januar 2012

DLA Marbach

1. Forschungstreffen Suhrkamp/Insel

Mit Jürgen Brokoff, Hubert Burda, Ulrich von Bülow, Raimund Fellinger, Malte Herwig, Hans Höller, Katharina Pektor, Stephan Sattler u.a.

Kurzinfo

Den 70. Geburtstag Peter Handkes im Jahr 2012 nimmt das Deutsche Literaturarchiv zum Anlass, nicht nur einen der wichtigsten Autoren des Suhrkamp Verlags, sondern der Gegenwartsliteratur überhaupt zu würdigen. Literaturwissenschaftler und Weggefährten unternehmen eine kritischen Bestandsaufnahme und befassen sich mit den literarischen und ästhetischen Stationen, Orten und Positionen des 1942 in Kärnten geborenen Schriftstellers.

Programm
Presse

Fischer, Michael: Das Formgesetz der Schrift. Philologie und Politik: Marbach diskutiert über Peter Handke. Süddeutsche Zeitung, 22. Februar 2012

Gampert, Christian: Handke, kontrovers diskutiert. „Stationen, Orte, Positionen: Peter Handke“: Tagung des Deutschen Literaturarchivs Marbach. Deutschlandradio, 18. Februar 2012

Reichwein, Marc: Die verborgenen Bedeutungen des Alltäglichen. Keinen Lärm, bitte, und kein Wort über Serbien: Eine Tagung in Marbach stimmt auf Peter Handkes 70. ein. Die Welt, 20. Februar 2012
Weichelt, Matthias: Gespräche über den abwesenden Herrn H. Eine Tagung im Deutschen Literaturarchiv Marbach zu Peter Handke. Neue Zürcher Zeitung, 21. Februar 2012

Valéry und die Wissenschaften

12 bis. 13. Juli 2012

Panel auf der GSA Conference, Louisville, KY

2. Forschungstreffen Suhrkamp / Insel
In Verbindung mit dem Institut français

Mit Ottmar Ette, Jürgen Kaube, Karin Krauthausen, Jürgen Schmidt-Radefeldt, Peter Schöttler, Cornelia Wild u.a.

Kurzinfo

Bereits zu Lebzeiten wurde Paul Valéry nicht nur in Frankreich, sondern auch in Deutschland mit großem Interesse wahrgenommen. Von Anfang an wurde er dabei auch in den Geisteswissenschaften rezipiert. Ausgehend von den Beständen im Archiv, in denen Valéry seine Spur hinterlassen hat, geht die interdisziplinäre Tagung den vielfältigen theoretischen und poetologischen Übertragungen in den Geisteswissenschaften nach. Wie lässt sich Rezeptionsgeschichte hier als eine epistemische Geschichte erzählen?

Programm
Presse

Blüher, Karl Alfred / Schmidt-Radefeldt, Jügen (Hg.): Valéry in der deutschen Philosophie und Literaturkritik. Kiel: Forschungs- und Dokumentationszentrum Paul Valéry 2013 (Forschungen zu Pual Valéry 25(2012).

Mayer, Helmut: Arbeit am Da Vinci Code. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18. Juli 2012

Suhrkamp-Insel 7: Danke schön. Nichts zu danken. Rolf Wolf und die Jahre mit Unseld.

13. September 2012

DLA Marbach

Ausstellungseröffnung mit Michael Lentz und Franz Mon.
Moderation: Dr. Jan Bürger, Marbach

Forschen im Archiv. Auftaktworkshop des Suhrkamp-Forschungskollegs

17 bis. 19. September 2012

DLA Marbach

Leitung: Dr. Anna Kinder, Marbach

Pathos und Ironie: Karl Heinz Bohrer zum 80. Geburtstag

20. September 2012

DLA Marbach

3. Forschungstreffen Suhrkamp / Insel

Mit Alexandra Kemmerer, Lothar Müller, Paul Nolte, Jan Philipp Reemtsma, Jürgen Paul Schwindt, Niels Werber u.a.

Kurzinfo

Als Literaturwissenschaftler und als langjähriger Herausgeber des Merkur, als Literaturredakteur und Auslandskorrespondent der FAZ hat Karl Heinz Bohrer das intellektuelle Feld der Bundesrepublik maßgeblich beeinflusst und sich mit seinen provokanten Essays immer wieder in die kulturellen und politischen Debatten eingemischt. Anliegen des Kolloquiums ist es, die zentralen Thesen des streitbaren Wissenschaftlers, Publizisten und Kritikers zur Ästhetik und Politik der europäischen Moderne aufzugreifen und gegenwartsbezogen und kritisch zu beleuchten

Programm
Presse

Lahme, Tilmann: Die scharfen Auftritte werden auch immer rasierklingenfreier. Dialoge lenken von der Sache ab: Ein Marbacher Kolloquium ehrt Karl Heinz Bohrer. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 26. September 2012

Tiefenbacher, Angelika: Vom Reden über Literatur. Jan Philipp Reemtsma hält Vortrag über Karl Heinz Bohrer. Ludwigsburger Kreiszeitung, 24. September 2012

Heuristiken der Archivforschung: Zum Umgang mit großen Mengen

30. Oktober 2012

DLA Marbach

Workshop des Suhrkamp-Forschungskollegs
Leitung: Dr. Anna Kinder, Marbach

Eine Intellektuellengeschichte der Bundesrepublik

13. November 2012

DLA Marbach

Werkstattgespräch mit Prof. Dr. Axel Schildt, Hamburg

Zeitzeugengespräche

14 bis. 15. November 2012

DLA Marbach

Workshop des Suhrkamp-Forschungskollegs

Leitung: Prof. Dr. Hans J. Markowitsch, Bielefeld; Prof. Dr. Harald Welzer, Essen / Berlin; Dr. Susanne Beer, Berlin

Rudolf Alexander Schröder: Politik eines Unpolitischen?

6 bis. 8. Dezember 2012

DLA Marbach

4. Forschungstreffen Suhrkamp / Insel

Mit Friedhelm Brusniak, Klaus Goebel, Andrea Gottdang, Robert Norton u.a.

Kurzinfo

Anlässlich des 50. Todestages im kommenden Jahr plant das Deutsche Literaturarchiv Marbach eine wissenschaftliche Tagung zu Rudolf Alexander Schröder, der 1899 gemeinsam mit Alfred Walter Heymel und Otto Julius Bierbaum die Zeitschrift „Die Insel“ gründete, aus der der Insel Verlag hervorgehe sollte. Neben dem in Marbach aufbewahrten Nachlass des Schriftstellers, dessen Werkausgabe der Suhrkamp Verlag 1951 initiierte, findet sich in den Verlagsarchiven von Insel und Suhrkamp zahlreiches Material zu Rudolf Alexander Schröder, das neue Perspektiven vor allem für die frühe Intellektuellengeschichte der Bundesrepublik eröffnet. Im Fokus soll das bisher in der Forschung vernachlässigte mittlere bis späte Oeuvre stehen.

Publikation
Eschenbach, Gunilla (Hg.): Rudolf Alexander Schröder im Dritten Reich. Marbach a. N. 2015 (Marbacher Schriften 12)

Programm
Presse

Stallknecht, Michael: Der Dritte im Bunde. Eine Tagung in Marbach über den vergessenen Rudolf Alexander Schröder. Süddeutsche Zeitung, 11. Dezember 2012

Suhrkamp-Insel 8: Über Haschisch und Kabbala. Gershom Scholem, Siegfried Unseld und das Werk von Walter Benjamin.

13. Dezember 2012

DLA Marbach

Ausstellungseröffnung mit Gary Smith, Thomas Sparr und Liliane Weissberg.

Moderation: Dr. Jan Bürger, Marbach

Kurzinfo

Publikation
Weissberg, Liliane: Über Haschisch und Kabbala. Gershom Scholem, Siegfried Unseld und das Werk von Walter Benjamin. Marbach a. N. 2013 (Marbacher Magazin 140).

2013

Ideengeschichte? Intellektuellengeschichte?

6. Februar 2013

DLA Marbach

Workshop

Leitung: PD. Dr. Marcel Lepper, Dr. Anna Kinder, Marbach

Verlag macht Weltliteratur. Lateinamerikanisch-deutsche Literaturbeziehungen zwischen internationalem Literaturbetrieb und Übersetzungspolitik

5 bis. 6. März 2013

DLA Marbach

5 . Forschungstreffen Suhrkamp/Insel

Mit Ottmar Ette, Vittoria Borsò, Luz Elena Gutiérrez de Velasco, Marcio Seligmann, Susanne Klengel, Dieter Ingenschay, Marco Thomas Bosshard u.a.

In Kooperation mit der Universität Potsdam und dem DAAD.

Kurzinfo

Wie kommt es, dass bestimmte Werke erfolgreich sind und Teil eines weltliterarischen Kanons werden? Welche Rolle spielen Verlagspolitiken, Übersetzungsprozesse und der internationale Literaturmarkt bei der Durchsetzung von Autoren und ihren Werken? Mit dem Fokus auf lateinamerikanische-deutsche Literaturbeziehungen beleuchten Wissenschaftler und Akteure aus dem Literaturbetrieb aus Lateinamerika und Deutschland die Kulturproduktion aus einer transnationalen Perspektive.

Publikation
Müller, Gesine (Hg.): Verlag Macht Weltliteratur. Lateinamerikanisch-deutsche Kulturtransfers zwischen internationalem Literaturbetrieb und Übersetzungspolitik. Berlin: Ed. Tranvía, Frey 2014

 

Programm
Presse

Einert, Katharina: Literatura do mundo em trânsito. Lateinamerikanisch-deutsches Forschungsgespräch in Marbach. Tópcios, April 2013

Kinder, Anna: „Brasilien“ im Deutschen Literaturarchiv Marbach. Tópicos, April 2013

Suhrkamp-Insel 9: Doktor Faustus kommt nach Deutschland

19. März 2013

DLA Marbach

Ausstellungseröffnung

Mit Dieter Borchmeyer, Jan Bürger und Anna Kinder

Zur Lyrik im Merkur (1947-1957)

21. März 2013

DLA Marbach

Werkstattgespräch mit PD Dr. Hanna Klessinger, Freiburg

Verlagsarchive am Mainzer Institut für Buchwissenschaften.

18 bis. 19. April 2013

Mainzer Institut für Buchwissenschaften

Exkursion des Suhrkamp-Forschungskollegs

Neue ostdeutsche Literatur

6 bis. 8. Juni 2013

DLA Marbach

Weekend-Seminar

In Verbindung mit Prof. Dr. Paul Michael Lützeler, Washington University, St. Louis

Leitung: Prof. Dr. Birgit Dahlke, Berlin; Mit Durs Grünbein, Angela Krauß und Petra Hardt

Interne Verlagsprozesse

20 bis. 21. Juni 2013

DLA Marbach

Workshop des Suhrkamp-Forschungskollegs

Mit Paul Michael Lützeler, Steffen Martus und Sandra Richter

Suhrkamp-Insel 10: Der Tag, an dem Siegfried Unseld Verleger wurde (Im Rahmen der Internationalen Marbacher Sommerschule)

26. Juni 2013

DLA Marbach

Ausstellungseröffnung

Kritik in der Krise? Kulturdiagnosen der Gegenwart

27 bis. 28. Juni 2013

DLA Marbach

6. Forschungstreffen Suhrkamp/Insel In Verbindung mit der Universität Tübingen

Mit Mark Greif, Eva Illouz, Rahel Jaeggi, Dorothee Kimmich, Chantal Mouffe, Andreas Reckwitz, Juliane Rebentisch, Hartmut Rosa u.a.

Kurzinfo

Kritik an der kapitalistisch-bürgerlichen Öffentlichkeit, an den Macht- und Herrschaftsstrukturen ihrer Institutionen und Medien prägte über Jahrzehnte das kulturkritische Bewusstsein der Bundesrepublik. Doch wie lassen sich die heutigen Debatten beschreiben? Welche rhetorischen und habituellen Muster lassen sich identifizieren? Anliegen der Tagung ist es, gegenwartsbezogen nicht nur nach den Gegenständen, sondern vor allem nach den Praktiken und Formen von Kulturkritik zu fragen und diese mit Blick auf ihre ‚Vorläufer‘ zu profilieren.

Programm
Presse

Cammann, Alexander: Erkenntnis als Abenteuer. Das Festival phil.Cologne macht das Denken zum Volksvergnügen. Die Zeit, 3. Juli 2013

Thiel, Thomas: Kulturkritik? „Occupy“ im Museum. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 3. Juli 2013

Theorietransfer: Zur internationalen Rezeption deutschsprachiger Theorie-Autoren

26 bis. 27. September 2013

DLA Marbach

7. Forschungstreffen Suhrkamp/Insel

Mit Judith Ryan, Nikolaus Wegmann, Natalie Binczek, Oliver Kozlarek, Sinai Rusinek, Philipp Felsch, Cao Weidong u.a.

Kurzinfo

Die Geschichte, wie Barthes, Derrida oder Foucault sich durchsetzten, ist hinlänglich erzählt. Doch wie steht es um den Export deutschsprachiger Theorie-Autoren? Worin begründet sich der internationale Erfolg vielzitierter Autoren wie Adorno oder Habermas? Wie kommt es, dass die Konstanzer Schule Eingang in transatlantische Kompendien findet, Luhmann aber auf den internationalen Radarschirmen kaum auftaucht? Im Mittelpunkt der Tagung werden nicht reine Rezeptionsgeschichten stehen; vielmehr gilt es nach Rezeptionslücken und produktiven Missverständnissen zu fragen.

Programm

Buch(Wissenschaft) und Literaturwissenschaft

30. Oktober bis. 1. November 2013

Institut für deutsche Literatur, Humboldt-Universität zu Berlin

Workshop des Suhrkamp-Forschungskollegs

Mit: Steffen Martus, Georg Stanitzek, Carlos Spoerhase und Thomas Wegmann

Literatur – Verlag – Archiv: Verlagswesen und Verlagsarchive in literaturwissenschaftlicher Perspektive

14 bis. 15. November 2013

Bern

Internationales Kolloquium des Schweizerischen Literaturarchivs, Bern

Kurzinfo

Publikation
Wirtz, Irmgard M. / Weber, Ulrich / Wieland, Magnus (Hg.): Literatur – Verlag – Archiv. Göttingen: Wallstein 2015

Programm

Suhrkamp-Insel 11: Blochs Überschreitungen

5. Dezember 2013

DLA Marbach

Ausstellungseröffnung mit Barbara Wahlster und Manfred Frank

Moderation: Dr. Jan Bürger, Marbach

2014

Kultur- und Verlagspolitik im Ersten Weltkrieg

13 bis. 14. Februar 2014

DLA Marbach

Tagung

In Verbindung mit dem HERA-Projekt „Cultural Exchange in a Time of Global Conflict (CEGC)“

Mit Kurt Düwell, Tessa Lobbes, Hubert van den Berg, Ulrich Tiedau, Pawel Zajas u.a.

Suhrkamp-Insel 12: Nicht enden können. Thomas Bernhards Korrekturen

14. Februar 2014

DLA Marbach

Ausstellungseröffnung mit Hermann Beil und Raimund Fellinger

Moderation: Dr. Ellen Strittmatter, Marbach

Kurzinfo

 

 

Verlagsarchive – Archivtheorie

11. März 2014

DLA Marbach

Workshop des Suhrkamp-Forschungskollegs

Leitung: Dr. Magnus Wieland, Bern und PD Dr. Philip Ajouri, Stuttgart

Kurzinfo

 

 

Suhrkamp and European Literature

13 bis. 14. März 2014

University of Kent, Canterbury (Großbritannien)

8. Forschungstreffen Suhrkamp/Insel

In Verbindung mit dem Centre for Modern European Literature at the University of Kent, Canterbury (Großbritannien)

Mit Ben Hutchinson, Lucie Campos, Ian Cooper, Mark Nixon, Leonard Olscher u.a.

Kurzinfo

Mit Autoren wie Samuel Beckett und T.S. Eliot ist der Suhrkamp Verlag von Anfang an nicht nur als Verleger deutschsprachiger, sondern vor allem auch europäischer Literatur in Erscheinung getreten. Suhrkamp lässt sich mithin nicht allein auf die Literaturgeschichte der Bundesrepublik reduzieren, vielmehr gilt es, den Verlag im europäischen Kontext zu betrachten. Wie lassen sich literarische Trends und ästhetische Tendenzen in einem Feld verorten, in dem sich auch tonangebende Mitspieler wie Gallimard, Faber und Faber oder Feltrinelli zu Wort melden? Wo entstehen und wie zirkulieren literarische Trends? Wie reagieren deutschsprachige Autoren auf die internationale Konkurrenz – und wie europäisch ist die deutschsprachige Literatur?

Programm
Presse

Bieber, Friedemann: Spätstil und Weltliteratur. Beckett, Adorno, Suhrkamp. Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. März 2014

Editorial Archives: Research Opportunities and Challenges

31. März bis. 4. April 2014

IMEC

Workshop des Suhrkamp-Forschungskollegs in Verbindung mit dem l'Institut Mémoires de l'édition contemporaine (IMEC), l'abbaye d'Ardenne)

Kurzinfo

 

 

Schreibworkshop

5. August 2014

DLA Marbach

Leitung: Ulrich Nolte, Lektor bei C.H. Beck

Das psychoanalytische Paradigma in Kultur-, Literatur- und Medientheorien

26. September bis. 27. Juni 2014

DLA Marbach

9. Forschungstreffen Suhrkamp/Insel

In Verbindung mit der Universität Tübingen.

Mit Frauke Berndt, Eckardt Göbel, Mladen Dolar, Justus Fetscher , John T. Hamilton, Cecilia Sjøholm u.a.

Kurzinfo

Welche Rolle spielt das psychoanalytische Paradigma heute noch in den Kultur-, Literatur- und Medienwissenschaften? Ein Jahrhundert nach dessen Erfindung bekommt man es bei der Suche nach Antworten auf diese Frage mit Phänomenen gegenseitiger Beeinflussung und Bezugnahme von Psychoanalyse und den symbolischen Formen der Kultur zu tun, die nicht dem einfachen Modell einer Verlaufsgeschichte folgen. Einerseits sollen verschiedene Theorien, Methoden und Konzepte ‚nach Freud‘ diskutiert, andererseits exemplarische Analysen in komparatistischer und intermedialer Perspektive vorgestellt werden, deren Aufmerksamkeit sowohl paradigmatischen Figuren wie Ödipus oder Antigone als auch den Gattungen und Genres im historischen Überblick gilt.

Programm

MAO-BIBEL 1964: EIN BUCH-EREIGNIS

11. Dezember 2014

DLA Marbach

Workshop des Suhrkamp-Forschungskollegs

Mit Philipp Goll, Rembert Hüser, Daniel Leese und Helen Wang

2015

Schreibworkshop

9 bis. 10. März 2015

DLA Marbach

Leitung: Prof. Dr. Valentin Groebner, Luzern

Transatlantic Theory Transfer – Missed Encounters?

27 bis. 28. März 2015

New York

10. Forschungstreffen Suhrkamp/Insel

In Verbindung mit der Columbia University, New York, New German Critique und dem Goethe Institute New York.

Mit Yaacob Dweck, Paul Fleming, Dagmar Herzog, Andreas Huyssen, Anna Kinder, Joe Paul Kroll, Anson Rabinbach, William Rasch, Robert Zwarg u.a.

Kurzinfo

The purpose of this conference is to explore and understand why certain intellectual figures and theoretical projects prominent in Germany in recent decades have had a limited or even negligible reception in the US. What explains these limited receptions in the transfers of theory? Why do some theories travel well while others do not? Contributors will discuss the theories themselves, their compatibility with intellectual trends in the United States, the politics of mediation by publishing houses and journals, and the differing structures of academic and public life in Germany and the United States.

Presse

Pohlmann, Jens: Transatlantic Theory Transfer. Missed Encounters? H-Net, Clio-online, 2015

Verlag und Politik

8 bis. 9. April 2015

DLA Marbach

Workshop des Suhrkamp-Forschungskollegs

Leitung: Prof. Dr. Ingrid Gilcher-Holtey, Bielefeld

Roman und Romanverfilmung

11 bis. 13. Juni 2015

DLA Marbach

Wochenendseminar

In Verbindung mit Prof. Dr. Paul Michael Lützeler, Washington University, St. Louis

Leitung: Prof. Dr. Claudia Liebrand, Köln
Mit Bernhard Schlink und Petra Hardt

Kurzinfo

 

 

Die Verlagschronik aus organisationssoziologischer Perspektive

18 bis. 19. Juni 2015

DLA Marbach

Workshop des Suhrkamp-Forschungskollegs

Leitung: Prof. Dr. André Kieserling, Bielefeld

2016

Erste Bücher. Das Neue im Literaturbetrieb

25 bis. 26. Februar 2016

Berlin

Abschlussworkshop des Suhrkamp-Forschungskollegs

In Verbindung mit der Literaturwerkstatt Berlin

Mit Roland Berbig, Katja Diefenbach, Doris Plöschberger, Uwe Wirth, Mathias Zeiske u.a.

Suhrkamp und Osteuropa

7 bis. 8. April 2016

DLA Marbach

11. Forschungstreffen Suhrkamp / Insel

In Verbindung mit Dr. Natalia Bakshi / Prof. Dr. Dirk Kemper (Universität Moskau) und Prof. Dr Pawel Zajas (Universität Poznan)

Kurzinfo

In welcher Weise fungieren deutsche Verlage als Vermittler osteuropäischer Literatur im deutschsprachigen Raum? Welche Rolle spielen Übersetzer, Lektoren und Agenturen in Prozessen des literarischen Transfers? Der Versuch, Mechanismen und Hintergründe des Entstehens eines literarischen „Osteuropa-Programms“ bei Suhrkamp aufzudecken wird begleitet von grundlegenderen Überlegungen zum Literatur- und Kulturtransfer, zur Translationstheorie, zur literarischen Kanonbildung sowie zum Transfer in den Bereichen Soziologie und Wissenschaft.

Publikation
Kemper, Dirk / Bakshi, Natalia / Zajas, Paweł (Hg.): Kulturtransfer und Verlagsarbeit. Suhrkamp und Osteuropa. München: Wilhelm Fink (Schriftenreihe des Instituts für russisch-deutsche Literatur und Kulturbeziehungen an der RGGU Moskau, 16) [in Vorbereitung]

Programm
Presse

Campadieu, Lore: 11. Forschungstreffen Suhrkamp/Insel „Suhrkamp und Osteuropa“, Marbach (07.-08. April 2016). H-Net: Humanities & Social Sciences Online, 5. August 2016

A Reconstruction: Gruppe 47 in Princeton, 1966

20 bis. 21. April 2016

Goethe-Institut New York / Princeton University

Mit Jürgen Kaube, Marcel Lepper, Cornelius Reiber und Nikolas Wegmann

Lebensform Kritik

27 bis. 28. Oktober 2016

DLA Marbach

Symposium zu Christa und Peter Bürger

Mit Irmela von der Lühe, Thomas Hettche, Tanja Angela Kunz, José-Maria Ripalda u.a.

Kurzinfo

Die Literaturwissenschaftler Christa Bürger und Peter Bürger haben als Intellektuelle die politisch und bildungsreformerisch turbulente zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts in der Bundesrepublik entscheidend mitgeprägt. Ihre Studien zur Methodologie sind ebenso zu nennen wie Peter Bürgers Engagement an der neu gegründeten, linksorientierten Universität in Bremen oder Christa Bürgers Versuche, sich Schriftstellerinnen verschiedener Jahrhunderte aus einer im Text selbst identifizierbaren weiblichen Perspektive anzunähern. Ihre Erfolge sprechen dabei eine eigene Sprache: Zahlreiche ihrer Schriften fanden im europäischen Raum in Form von Übersetzungen Widerhall. Die »Theorie der Avantgarde«, Peter Bürgers Skizze einer Theorie der Ästhetik nach Adorno, wurde weltweit in 13 Sprachen übersetzt. Der symbiotischen Arbeitsweise, die das Wissenschaftlerpaar stets kultiviert hat, lag dabei immer ein Moment erwünschter Streitbarkeit zu Grunde. Auf dem Symposium mit dem Titel »Lebensform Kritik« beleuchten wissenschaftliche Weggefährten, Schüler und Forscher erstmals in umfassender Form dieses an einem gemeinschaftlichen kritischen Denken orientierte Lebens- und Schaffensprojekt.

Publikation

Kunz, Tanja Angela Kunz (Hg.): Lebensform Kritik. Beiträge des Marbacher Symposiums zu den Schriften von Christa Bürger und Peter Bürger, Göttingen: Wallstein [vorausst. 2018].)

Programm
Presse

Marten, Catherine: Lebensform Kritik. Symposium zu Christa Bürger und Peter Bürger. Interdisziplinäre Tagung in Marbach v. 27.-28.10.2016). Zeitschrift für Germanistik 2 (2017)

Die Zeitschrift. Sinn, Form, Konjunktur

17 bis. 18. November 2016

DLA Marbach

12. Forschungstreffen Suhrkamp/Insel (Abschluss der Reihe)

In Kooperation mit der Akademie der Künste, Berlin.

Mit Jörg Robert, Michel Cróu, Lrin Stein, Eva Geulen, Julika Griem u.a.

Kurzinfo

Die internationale Tagung fragt nach den Konzepten, Konjunkturen und Krisen der Zeitschriften, die in Westeuropa und den USA Literatur- und Ideengeschichte geschrieben haben. Seit den politischen und medialen Umbrüchen um 1800 spielen Zeitschriften eine entscheidende Rolle an der Wegkreuzung zwischen Literatur und Politik, Idee und Ideologie. Zeitschriften agieren schnell, manche altern gut, zahlreiche verschwinden nach den ersten Jahrgängen. Zeitschriften wirken stilbildend, führen Schreibende und Lesende zusammen.

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach und das Archiv der Akademie der Künste, Berlin, erschließen eine Fülle von Redaktions- und Verlagsarchiven für die Forschung, darunter die historischen Bestände der Zeitschriften „Merkur“, „Sinn und Form“, „Alternative“ und „Kürbiskern“. Aus den Archiven von Suhrkamp und Insel lassen sich realisierte und nicht umgesetzte Zeitschriften-Projekte rekonstruieren, darunter Hans Magnus Enzensbergers „Kursbuch“ und das internationale Projekt „Gulliver“. Die internationale Tagung im Deutschen Literaturarchiv Marbach fragt nach den Konzepten, Konjunkturen und Krisen der Zeitschriften, die in Westeuropa und den USA Literatur- und Ideengeschichte geschrieben haben.

Programm
Presse

Breidecker, Volker: Europäische Journalpoetik. Eine Zeitschriftentagung im Marbacher Literaturarchiv geht der Frage nach, welche europäischen Impulse von Zeitschriften wie „Merkur“, „Sinn und Form“, „Kursbuch“ ausgegangen sind. Süddeutsche.de, 20. November 2016

2010

SUHRKAMP-INSEL 1: Cortázar, Onetti, Paz. Suhrkamps großer Süden

11. Juni bis. 3. Oktober 2010

Kurzinfo

Die Ausstellungsreihe nimmt ihren Anfang in den Weiten der Weltliteratur. Suhrkamp hat maßgeblich unsere Vorstellung von südamerikanischer Literatur geprägt. Mit Julio Cortázar, Juan Carlos Onetti und dem mexikanischen Nobelpreisträger Octavio Paz präsentierte der Verlag seit den siebziger Jahren gleich drei Jahrhundertautoren, die auch in der deutschen Gegenwartsliteratur deutlich erkennbare Spuren hinterlassen haben. Zum Auftakt sprachen Ulla Unseld-Berkéwicz und Ulrich Raulff. Jan Bürger und Heike Gfrereis diskutierten mit Durs Grünbein über die poetische Aktualität der lateinamerikanischen Literatur, insbesondere über diejenige von Juan Carlos Onetti.

SUHRKAMP-INSEL 2: Becketts Botschaften

14. Oktober 2010 bis. 13. Februar 2011

Kurzinfo

Als 1953 bei Suhrkamp Warten auf Godot erschien, war Beckett noch unbekannt. Die darauf folgende beispiellose Erfolgsgeschichte, die das Theater und die Literatur veränderte, wurde von über 100 Postkarten begleitet, die Beckett an Siegfried Unseld schrieb. Erstmals wird nun daraus eine Auswahl gezeigt. Zur Eröffnung sprachen Wilhelm Genazino und Michael Lentz über Becketts anhaltende Faszination.

2011

SUHRKAMP-INSEL 3: Max Frisch: Das Tagebuch

24. Februar bis. 26. Juni 2011

Kurzinfo

In Auseinandersetzung mit Peter Suhrkamp entwirft Max Frisch sich als Autor neu. Dabei entsteht das Tagebuch 1946-1949, das sich im Nachhinein als die Keimzelle seiner erfolgreichsten Texte und Hauptwerk der Suhrkamp-Ära herausstellte. Nun sind erstmals die Zeugnisse dieser Zusammenarbeit ausgestellt. An andere Gemeinschaftsprojekte, wie die Verfilmung von Homo Faber und einen geschenkten Jaguar, erinnerte sich der Regisseur Volker Schlöndorff bei der Ausstellungseröffnung.

Zur Ausstellung erschien das Marbacher Magazin 133:
Bürger, Jan: Max Frisch: Das Tagebuch. Marbach a. N. 2011

SUHRKAMP-INSEL 4: Stefan Zweigs Weltbibliothek

29. Juni bis. 16. Oktober 2011

Kurzinfo

Der Kosmopolit Stefan Zweig und der national gesinnte Liebhaber klassischer Literatur Anton Kippenberg treffen aufeinander. Ihr umfangreicher Autor/Verleger-Briefwechsel ist im Zeitraum von 1918 bis 1923 vor allem von einem Großprojekt bestimmt: der Buchreihe ›Bibliotheca mundi‹. Werke der Weltliteratur in Originalsprachen sollten sich in einer ›Weltbibliothek‹ unter dem Dach des Insel Verlags vereinen. Doch obwohl die ersten Bände, die Ende 1920 auf den Markt kamen, auch international lobend aufgenommen wurden, kam sehr bald die Ernüchterung. 1923 wurde das ambitionierte Projekt eingestellt. Zur Eröffnung sprach der Verleger Michael Krüger über Reihen- und Kanonpolitik.

SUHRKAMP-INSEL 5: Ingeborg Bachmanns »Malina«

27. Oktober 2011 bis. 19. Februar 2012

Kurzinfo

»Ich liebe Dich und ich will Dich nicht lieben«, schrieb Ingeborg Bachmann an Paul Celan. In Malina heißt es: »(abbandonandosi, sotto voce) Lieb mich, nein, mehr als das, lieb mich mehr, lieb du mich ganz, damit es bald zu Ende ist.« Bachmanns einziger Roman war 1971 ein Wagnis. Martin Walser, der das Manuskript für den Suhrkamp-Verlag lektorierte, schrieb für den Klappentext: »Das ist wohl die kühnste ›Dreiecksgeschichte‹, die man sich denken kann«. Einige der Dokumente, Textstufen und Briefe aus der Entstehungsgeschichte werden erstmals ausgestellt.

2012

SUHRKAMP-INSEL 6: 1912. Ein Jahr auf der Insel

4. März bis. 26. August 2012

Kurzinfo

Rainer Maria Rilkes Weise von Liebe und Tod des Cornets Christoph Rilke ist die Nummer eins der im Jahr 1912 gegründeten Insel-Bücherei. Die Ausstellung zeigt vom Jahr seines Erscheinens das Jahrhundert seiner Erfolgsgeschichte. Die Insel-Bücherei mit ihren preisgünstigen und bibliophil ausgestatteten Bänden wurde auf dem Buchmarkt zu einem Ereignis. Der meistverkaufte Titel war von Anfang an der Cornet. Das Spektrum der Reihe trug deutlich die Handschrift des Insel-Verlags: Neben zeitgenössischen Autoren wie Rilke und Hofmannsthal dominierten Klassiker des In- und Auslands, historische und politische Schriften sowie Texte des Altertums. Cornet-Exemplare aus der Produktionsbibliothek des Insel-Verlagsarchivs zeigen den in sechs politischen Systemen – vom Kaiserreich bis zum wiedervereinigten Deutschland – ungebrochenen Erfolg der Insel-Bücherei.

SUHRKAMP-INSEL 7: »Danke schön. Nichts zu danken.« Ror Wolf und die Jahre mit Unseld

4. März bis. 26. August 2012

Kurzinfo

Fortsetzung des Berichts heißt Ror Wolfs erster Roman. 1964 bringt er ihn im Suhrkamp Verlag heraus. Das Buch wird kein großer Verkaufserfolg, aber es erregt Aufsehen. Vor allem junge Schriftstellerkollegen wie Peter Handke und Brigitte Kronauer sind fasziniert. Wolfs Erzählweise wird an Samuel Beckett gemessen. Als Collage-Künstler, als »Tranchirer«, der er von Anfang an auch ist, vergleicht man ihn mit Max Ernst. Helmut Heißenbüttel entdeckt in Wolfs Roman eine völlig autonome Traumlandschaft – sie lasse an Kafka denken, obwohl »ein entscheidend unkafkaeskes Element ausschlaggebend« sei: »Die Darstellung Wolfs ist vokabulär in einem Sinne, der weit über alle möglichen Vorbilder hinausgeht. Die Reproduktion der Vorgänge, Situationen und Landschaften geschieht nicht linear in der Abfolge eines Berichts, sondern ballt sich immer wieder um Wortgruppen, Satzkonvolute, Dialogverknäuelungen zusammen.«
Diese Schreibweise entwickelt Wolf, der in diesem Jahr achtzig geworden ist, mit bewundernswerter Konsequenz fort. Ob er Prosa oder Gedichte schreibt, ob er Bildelemente collagiert, sich Nachschlagewerken widmet oder König Fußball – immer besticht sein Werk durch ungewohnte Zusammenballungen. Dass eine solche Literatur nicht nur auf Zustimmung stößt, liegt in ihrer Natur. So sind auch die beiden Jahrzehnte, die Wolf mit dem Suhrkamp Verlag verbringt, nicht ohne Spannungen.

Suhrkamp-Insel 8: Haschisch und Kabbala. Gershom Scholem, Siegfried Unseld und das Werk von Walter Benjamin

13. Dezember 2012 bis. 4. März 2013

Kurzinfo

Kurz nachdem Unseld 1959 Verlagsleiter wurde, begann eine Werbung über Kreuz: Siegfried Unseld (1924–2002) bemühte sich um die Veröffentlichung der Werke von Gershom Scholem (1897–1982), Scholem um eine Gesamtausgabe seines Freundes Walter Benjamin (1892–1940). Zusammen gelang es Scholem und Unseld nicht nur, dem Suhrkamp Verlag bis heute eine Vorreiterstellung im Bereich jüdischer Philosophie und Literatur zu verschaffen. Sie sind auch maßgeblich für den anhaltenden Erfolg des jüdischen Intellektuellen verantwortlich, der auf der Flucht vor den Nationalsozialisten Selbstmord begangen hatte. Diese doppelte Erfolgsgeschichte spielt sich im Hintergrund ihrer im Verlagsarchiv erhaltenen, hier erstmals vorgestellten Korrespondenz ab.

Zur Ausstellung erschien das Marbacher Magazin 140:
Weissberg, Liliane: Über Haschisch und Kabbala. Gershom Scholem, Siegfried Unseld und das Werk von Walter Benjamin. Marbach a. N. 2013

2013

Suhrkamp-Insel 9: Doktor Faustus kommt nach Deutschland

15. März bis. 14. Juli 2013

Kurzinfo

Drei Jahre lang, von 1947 bis 1950, schreiben sich Thomas Mann und Peter Suhrkamp zahlreiche Briefe. Nachdem Suhrkamp im Oktober 1945 als erster Verleger in Berlin eine Verlagslizenz von der britischen Militärregierung erhalten hat, kommen auch die Bücher von Thomas Mann wieder auf den deutschen Markt: 1946 erscheint im »Suhrkamp Verlag vorm. S. Fischer« der Roman Lotte in Weimar, 1948 ein Band mit Erzählungen, 1948 der Doktor Faustus – Manns großer, zwischen 1943 und 1947 im amerikanischen Exil entstandener Deutschland-Roman – und 1949 der vierte Band der Joseph-Tetralogie. Der briefliche Austausch zwischen Autor und Verleger gibt Einblick in Manns persönlichen Umgang mit dem Land, das er 1933 verlassen musste.

Suhrkamp-Insel 10: Der Tag, an dem Siegfried Unseld Verleger wurde

26. Juli bis. 24. November 2013

Kurzinfo

Als Peter Suhrkamp am 31. März 1959 starb, wurde Siegfried Unseld sein Nachfolger als alleiniger Leiter des Suhrkamp Verlags. Was dachte, schrieb und tat er an diesem Tag und im Monat danach? Und welche Folgen hat dieses Datum im Archiv? Ist es noch Jahre später symbolisch wichtig oder nur ein Tag wie jeder andere? Die zehnte Suhrkamp-Insel wurde zusammen mit 20 Doktorandinnen und Doktoranden der 6. Internationalen Marbacher Sommerschule (Thema: »Literatur – Markt – Macht«) erarbeitet und eröffnet.

Suhrkamp-Insel 11: Blochs Überschreitungen

5. Dezember 2013 bis. 2. Februar 2014

Kurzinfo

Als Ernst Bloch im August 1977 mit 92 Jahren stirbt, versammeln sich 3.000 Tübinger Studenten zu einem Fackelzug und rufen die »Ernst-Bloch-Universität« aus. Am Grab sprechen Walter Jens, Rudi Dutschke und Siegfried Unseld. Dem Verleger und Freund verdankte Bloch einen großen Teil seiner außerordentlichen Popularität. Einfallsreich und beharrlich sorgte Unseld nicht nur dafür, dass Blochs Gesamtwerk seine Leser fand, er half dem Autor 1961 auch bei der Flucht aus Leipzig. Begonnen hatte die grenzüberschreitende Beziehungsgeschichte zwischen dem Suhrkamp Verlag und dem marxistischen Philosophen bereits 1958, als Bloch die Hoffnung aufgegeben hatte, in der DDR zu publizieren.

2014

Suhrkamp-Insel 12: Nicht enden können. Thomas Bernhards Korrekturen

14. Februar bis. 21. April 2014

Kurzinfo

12 x Suhrkamp und Insel. Die Ausstellungsreihe schließt mit einem Autor, dessen großes Thema das Ende war und der beim Schreiben kaum eines finden konnte: »Und der größte Fehler ist, wenn ein Autor ein Buch zu Ende schreibt«, schrieb er 1971 in seiner Film-Erzählung Der Italiener. Der selbst ernannte »Geschichtenzerstörer« Thomas Bernhard griff so stark in die letzten Korrekturstufen seiner Werke ein, dass sie an manchen Stellen eher Entwürfe scheinen als Endfassungen. Die im Suhrkamp-Archiv überlieferten, von ihm mit Hand korrigierten Typoskripte und Druckfahnen geben nicht nur Einblick in seine unermüdliche Arbeit am Stil. Sie heben die Besonderheiten seiner Wortfolgen und Satzbilder, Klänge, Tempi und Rhythmen in die Sichtbarkeit.